Dübel und Schrauben richtig wählen
Die Wahl des richtigen Dübbels entscheidet darüber, ob ein Regal hält oder die Wand beschädigt wird. Gipskartonwände bestehen aus einer dünnen Rigipsplatte auf einer Unterkonstruktion aus Metallprofilen oder Holzlatten. Normale Dübel finden dort keinen Halt, weil die Platte nur etwa 12,5 Millimeter dick ist. Für leichte Lasten reichen sogenannte Gipskartondübel aus Kunststoff, die sich beim Eindrehen der Schraube hinter der Platte aufspreizen. Bei schweren Lasten wie Fernsehern oder Hängeschränken müssen Hohlraumdübel aus Metall verwendet werden, die eine größere Auflagefläche bieten. Wer unsicher ist, wo genau Strom- und Wasserleitungen verlaufen, findet in den Hinweisen zum Bohren neben Strom- und Wasserleitungen eine praktische Orientierung, bevor der erste Bohrer angesetzt wird.
Beton verlangt nach ganz anderen Befestigungsmitteln. Die Wand ist massiv und hart, weshalb hier ausschließlich Schlagbohrmaschinen oder Bohrhämmer mit entsprechenden Betonbohrern zum Einsatz kommen. Für Dübel bedeutet das: Sie müssen aus Nylon oder einem anderen zähen Kunststoff bestehen und sich im Bohrloch spreizen, ohne zu brechen. Metallspreizdübel oder Verbundanker sind die richtige Wahl, wenn schwere Lasten dauerhaft halten sollen. Entscheidend ist der richtige Bohrlochdurchmesser, der exakt zum Dübel passen muss. Ein zu großes Loch führt dazu, dass der Dübel nicht greift, ein zu kleines verhindert das Einführen. Vor dem Setzen des Dübbels sollte das Bohrloch gründlich von Staub befreit werden, da Staub die Reibung reduziert und die Tragfähigkeit erheblich mindert. Bei Randabständen und Achsabständen geben die Hersteller genaue Werte vor, die nicht unterschritten werden dürfen.
Altbauwände stellen die größte Herausforderung dar. Sie bestehen häufig aus Ziegelmauerwerk, das mit Lehm oder Kalkmörtel verbunden ist, oder aus Fachwerk mit Ausfachungen aus Stroh, Lehm oder Bruchstein. In solchen Wänden halten herkömmliche Dübel oft nicht, weil der Mörtel weich und porös ist. Hier bieten sich Injektionsdübel an, bei denen ein Verbundmörtel in das Bohrloch eingebracht wird und nach dem Aushärten eine feste Verbindung mit dem Untergrund eingeht. Alternativ können bei sehr weichem Mauerwerk auch spezielle Dübel mit großer Spreizfläche oder sogar durchgehende Gewindestangen verwendet werden, die auf der Rückseite der Wand verschraubt werden. Bei historischen Gebäuden ist zudem Vorsicht geboten: Nicht jede Wand darf ohne Weiteres durchbohrt werden, insbesondere wenn sie unter Denkmalschutz steht. Wer die Tragfähigkeit des Untergrunds nicht einschätzen kann, sollte vor dem Bohren einen Fachbetrieb hinzuziehen.
Unabhängig vom Wandtyp gilt: Die Schraube muss zum Dübel passen. Eine zu dünne Schraube nutzt die Tragfähigkeit des Dübbels nicht aus, eine zu dicke lässt sich nicht eindrehen. Die Schraubenlänge sollte so gewählt werden, dass sie den Dübel vollständig durchdringt und noch einige Millimeter in den Dübel hineinragt. Bei Außenanwendungen oder Feuchträumen sind verzinkte oder Edelstahlschrauben zu empfehlen, da normale Stahlschrauben dort schnell rosten. Wer diese Grundregeln beachtet, wird auch in schwierigen Untergründen eine sichere Befestigung erreichen.