Parkett nach Estricharbeiten verlegen: Die wichtigsten Schritte
Wer nach dem Estricharbeiten Parkett verlegen möchte, steht oft vor der Frage, wann der Boden wirklich belegt werden darf. Estrich ist ein Baustoff, der je nach Art und Dicke erhebliche Mengen Wasser enthält. Wird Parkett zu früh verlegt, kann die Restfeuchtigkeit in das Holz eindringen. Die Folgen sind unschöne Verformungen, Fugen oder sogar Schimmel. Deshalb ist die Geduld vor dem ersten Brett keine Schikane, sondern eine notwendige Voraussetzung für ein dauerhaft schönes Ergebnis.
Bevor überhaupt ein Parkettdielenstück den Raum betritt, muss die Feuchtigkeit des Estrichs zuverlässig gemessen werden. Ein einfaches Gefühl an der Oberfläche reicht nicht aus, denn der Estrich kann außen trocken wirken und innen noch immer Feuchtigkeit speichern. Hier hilft es, Estrich auf Restfeuchte zu prüfen, bevor der erste Handgriff am Parkett erfolgt. Nur mit einem geeigneten Messgerät, etwa einem CM-Gerät, lässt sich der tatsächliche Feuchtigkeitsgehalt bestimmen. Die ermittelten Werte werden anschließend mit den Herstellerangaben für das gewählte Parkett abgeglichen.
Die zulässigen Restfeuchtewerte hängen vom Estrichmaterial und von der Parkettart ab. Zementestrich darf in der Regel erst ab etwa zwei Prozent Restfeuchte belegt werden, bei Calciumsulfatestrich liegt der Grenzwert häufig bei 0,5 Prozent. Wer diese Werte ignoriert, riskiert nicht nur ein Aufwölben der Dielen, sondern auch eine beschädigte Trittschalldämmung. Vor dem Verlegen sollte außerdem die Raumtemperatur stimmen: Ideal sind konstante 18 bis 22 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent. Diese Bedingungen beschleunigen die Austrocknung und verhindern Spannungen im Holz.
Ist der Estrich ausreichend trocken, folgt die Vorbereitung des Untergrunds. Unebenheiten werden mit einer Spachtelmasse ausgeglichen, Staub und Rückstände gründlich entfernt. Je nach Parkettart kommt eine Dampfsperre oder eine Trittschalldämmung zum Einsatz. Erst danach wird das Parkett schwimmend oder verklebt verlegt. Wer diese Reihenfolge einhält, schafft die Basis für einen Boden, der auch nach Jahren noch eben und stabil liegt.